Rohrsysteme für Dampf und Kondensat im Würzburger Versorgungsnetz
Rohre für das Fernwärmenetz bestehen ausnahmslos aus Stahl mit Abmessungen nach DIN 2448 (nahtlos) oder 2458 (geschweißt). Aufgrund der Temperaturen und der damit verbundenen Wärmeausdehnung können Rohre nicht direkt in die Erde gelegt werden. Deshalb spricht man allgemein von Verlegeverfahren oder Verlegesytemen. Bei Temperaturen bis 200° C und weit darüber hinaus, hat sich das Stahlmantelrohr (SMR) bewährt, welches in großen Teilen des Würzburger Fernwärmnetzes eingesetzt wird. Beim Hersteller wird es unter Werkstattbedingungen projektbezogen vorgefertigt und als Baueinheit an die Baustelle angeliefert, wo es von einem Transportfahrzeug direkt in den vorbereiteten Rohrgraben gelangt.
Abb. Rohrgraben mit Dampf- und Kodensatleitung
Die Baueinheiten bestehen aus zwei Stahlrohren: dem inneren Mediumrohr welches vom Dampf durchströmt wird und dem äußeren Mantelrohr. Das Innenrohr ist bis auf die Baustellenverbindung fertig isoliert. Zwischen Mantel- und Innenrohr befinden sich Rollenlager, Festpunkte und Kompensatoren für die Aufnahme der Längenausdehnungen. Das Mantelrohr dient als Festigkeitsschutz und ist gegen Korrosion mit einem Polyäthylen-Mantel überzogen. Die angelieferten Baueinheiten beinhalten alle Richtungsänderungen, Abzweige und können bis zu 12 Meter Länge vorgefertigt sein. Um Korrosionsschäden sofort zu erkennen, werden durchgängig die Rohrstangen und alle Formteile mit einem Alarmdraht versehen.
